News & Berichte Frauen 1 Es fehlt die Kaltblütige Torschützin

Es fehlt die Kaltblütige Torschützin

Die Frauen des SC Schwyz haben gegen St. Gallen das dritte Spiel in Serie verloren. Spielerisch waren die Schwyzerinnen zeitweise sogar im Vorteil, doch der Abschluss war einmal mehr eine zu stumpfe Waffe.

Bericht von Bruno Facchin (Bote der Urschweiz 28.11.2011)

Die Niederlage gegen St. Gallen schmerzt vor allem deshalb, weil die Schwyzerinnen über weite Zeit das Geschehen diktierten und St. Gallen, nicht nur durch die rot/weissen Augenbetrachtet, in absoluter Griffnähe lag. Das Verdikt zur Niederlage ist aber klar und eindeutig. Bei den Schwyzerinnen fehlt eine kaltschnäuzige Vollstreckerin. Seit der 23. Spielminute gegen den FC Zürich, also seit 337 Minuten sind die Schwyzerinnen ohne Torerfolg. Damals erzielte Anja Mühlebach mit einem beherzten Weitschuss das letzte Schwyzer Tor.

Da ist völlig der «Wurm» drin

Genau diese Beherztheit fehlte den Schwyzerinnen am Samstag in wiederholter Manier. Mit einer Umstellung im Angriff (Marina Marty und Miriam Faccenda als Sturmspitzen) sahen die Schwyzerinnen gut bis sehr gut aus. Zur Vollstreckung jedoch reichte es nicht, da zu kompliziert und zu nervös vor dem gegnerischen Tor agiert wurde. Auch das Stellungsspiel, welches den überraschenden, letzten Pass ermöglicht, war dürftig und für die Sankt Gallerinnen zu durchschaubar. Grundsätzlich aber muss den Schwyzerinnen einmal mehr viel Kampfgeist attestiert werden, doch damit allein ist eben kein Blumentopf zu gewinnen.

Früher Schlag ins Gesicht

Pech für Schwyz war ein Handspenalty, den Desirée Stäbler bereits in der dritten Spielminute zum 0:1 verwandelte. Das war ein «trockener» Schlag ins Gesicht der Schwyzerinnen, die sich dadurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen liessen. Es folgten gut organisierte Angriffe und zum Teil weite Pässe, welche die Hoffnungen, sowohl bei den Spielerinnen, als auch beim Publikum berechtigt offen liessen. Bekräftigt wurden diese Hoffnungen auch durch zwei ganz dicke Chancen in der 29. und 37. Minute, bei denen die Gäste das Glück gepachtet hatten. Das 0:2 in der 51. Minute war dann ein Geschenk der Schwyzerinnen, die einen Ballverlust in der gegnerischen  Hälfte nicht mehr zurückerobern konnten, und das aufgerückte Mittelfeld samt Torhüterin schnell ausgehebelt war. Trainer Nideröst war nach dem Spiel enttäuscht. «Einmal mehr haben meine Frauen gut und bis zum Schluss gekämpft. Die Angriffsumstellung zeugte klar die bessere Wirkung, doch am Schluss fehlte der Erfolg und nicht zuletzt das Selbstvertrauen».   

SC Schwyz – FC St. Gallen 0:2 (0:1)

Tscahibrunnen, Schwyz. 125 Zuschauer. SR: Dario Marcantonio (Anna-Nina Böhmer / Marc Mischler).
Tore: 3. Desirée Stäblert 0:1, (Foulelfmeter); 51. Manuela Beerli 0:2.
SC Schwyz: Marina Niederberger; Nina Suter, Sarah Planzer (76. Tanja Lüönd), Stefanie Füchslin, Anja Mühlebach, Fabiola Scheiber, Silvia Steiner, Desirée Inderkum, Marina Strässle (86. Stafanie Bätschmann), Marina Marty (66. Karin Inglin), Miriam Faccenda.
FC St. Gallen: Indira Djegotja; Nicole Tobler, Aline Hantz, Riana Podrecca, Desirée Stäbler (56. Andrea Nägele), Graziella Horber (76. Tamara Rohner), Adrienne Krysi, Sandra Genovesi, Manuela Beerli (81. Jeanine Koretic), Stefanie Streule.  
Bemerkungen: Schwyz ohne die verletzten Lisa Bünter, Phung-Dieu Ngo, Ramona Fischer; Sarah Bürgi abwesend.

Mehr Druck im Angriff: Die Schwyzer Angriffe, im Bild Miriam Faccenda, waren bedeutend besser als in den letzten Spielen. Es fehlt aber eine kaltschnäuzige Vollstreckerin.
(Bild Bruno Facchin)


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