Verein Geschichte

Geschichte

Doch bevor der Sportclub Schwyz am 7. Juni 1929 aus der Taufe gehoben wurde, existierte in Schwyz schon ein Fussballclub – der damalige FC Schwyz. Das wissen nur noch die wenigsten unter uns. Es sind auch keine Akten aus dieser Fussballzeit auffindbar. So war der Verfasser auf mündliche Überlieferung angewiesen. Albert Pfyl und Xaver Lumpert schildern die Vorgeschichte wie folgt:

Nachdem einige angefressene Hobby-Tschütteler feststellten, dass da und dort in Helvetien Fussballvereine entstanden, taten sie sich zusammen und gründeten am 7. Juli 1915 im Rest. Engel in Schwyz den Fussballclub Schwyz. In der Folge wurde denn auch wacker Fussball gespielt; doch nach einigen Jahren schlug das Schicksal für den jungen FC Schwyz umbarmherzig zu. Während eines Ernstkampfes brach sich ein Spieler das Bein. Geld für eine Unfallversicherung fehlte zu dieser Zeit gänzlich. Deshalb musste der FC Schwyz Konkurs anmelden und damit seine Auflösung beschliessen.

Hätten die Mannen, die dann 1929 zur Gründung eines neuen Fussballvereins schritten, den Vereins-Namen FC Schwyz übernommen, hätten sie auch die Schulden des konkursiten FC Schwyz übernehmen müssen. Um dieses Handicap zu umschiffen, gab man dem neuen Fussballclub den Namen Sportclub Schwyz. Es gab in unseren Reihen offensichtlich schon damals findige Köpfe.

Albert Pfyl war laut Protokoll Materialverwalter im Gründungs-Verband. Er schildert seinen Aufgabenbereich in blumiger Sprache. Jeden Samstag/Sonntag war er mit dem "Sagete-Wagä" unterwegs, um die verschiedenen Plätze zu zeichnen. Der Sportclub hatte damals keinen festen Fussballplatz-Standort, sondern es musste jeden Sonntag auf einem andern Platz gespielt werden und zwar dort, wo eine einigermassen ebene Wiese gerade frisch gemäht wurde. So spielte man beispielsweise auf zwei Parzellen im Grund/in der Schmiedgasse/beim Chämlioch in Seewen/bei der Seilerei Wirz in Ibach und an mindestens fünf andern Orten. Es gab Bauern, die verlangten bis zu Fr. 50.- Entschädigung pro Spiel, und andere wiederum stellten den abgemähten Boden gratis zur Verfügung. Viel Arbeit gab natürlich das jeweilige Einmessen des Fussballfeldes und die Spielplatzmarkierung. Die Tore mussten auch jedes Mal neu aufgestellt werden; natürlich noch ohne Netze.

Beim Penalty durfte sich der Torhüter auf der Torlinie frei bewegen und vor dem Torstoss hin und her laufen. Im ganzen Zentralschweizer-Verband gab es damals nur eine einzige Liga – die dritte. Der Sportclub Schwyz zählte auch dazu und musste u. a. gegen Hochdorf, Schötz, Perlen, Cham, Zug, usw. antreten.

Die wackeren Fussballer des SCS trainierten meistens auf dem Hartplatz des Kollegiums oder auf dem "abhältigen" Rasen der Hofmatt; dort landeten die Bälle vielfach auf dem Tramgeleise der Bahnhofstrasse. Eine köstliche Episode erzählt Gründungsmitglied Albert Pfyl von einem Spiel in Luzern. Wegen angeblich krasser Benachteiligung durch den Schiedsrichter ging dieses Spiel für die Schwyzer unglücklich verloren. Die Mannschaft ärgerte sich masslos und beschloss, "es den Luzernern heimzuzahlen". Dr. Rischatsch war ein Meister im inszenieren von Racheakten. Nach dem "manipulierten" Spiel lud er die elf Schwyzer Akteure in ein nahes Restaurant in Luzern ein und bestellte elf Kübel Bier. Als sämtliche Kübel fertig abgefüllt auf dem Buffet bereit standen, erteilte "Dr. Sap" den Befehl: "So, und jetz all absecklä!" Weil damals die Mittel sehr knapp waren und daher kaum Geld zur Verfügung stand, um Trainingsbälle anzukaufen, kam es schon hie und da vor, dass man den Studenten des Kollegiums Bälle, die beim Spiel auf Kündig's Matte flogen "heimlich entführte". Pius Reichmuth, von der damaligen Molkerei Reichmuth im Dorf, war einer der besten Fussballer weit und breit. Er arbeitete in Zürich, spielte aber die Meisterschaft für den Sportclub Schwyz. Dieser Pius Reichmuth lernte in Zürich einen ebenfalls hervorragenden Fussballkünstler kennen. Er war Ungar oder Tscheche – hiess Sedlacek und spielte im Stammteam von Young Fellow's. Wenn dieser renommierte Zürcherklub spielfrei war, "schmuggelte" Pius diesen Sedlacek in die Elf des Sportclubs Schwyz, und Sedlacek spielte dann stets unter dem Namen Reichmuth.

Im Jahre 1979 konnte der Sportclub Schwyz sein 50jähriges Jubiläum feiern. Er tat dies in schlichter Art und Weise. Der damalige Berichterstatter des SCS schrieb in der Lokalzeitung folgendes:

50 Jahre Sportclub Schwyz
Gründungsprotokoll
Am 7. Juni 1929, abends 8.30 Uhr versammelten sich im Gasthaus Schäfli Schwyz einige Interessenten des Fussballsportes. Albert Gemsch hiess die Anwesenden herzlich willkommen. Sein Vorschlag, in Schwyz wieder einen Fussballklub zu gründen, wird allgemein freudig begrüsst. Auf seinen Vorschlag, gleich den Vorstand zu bestellen, werden folgende Wahlen getroffen:
Präsident: Hans Kälin
Vice-Präsident: Alfred Ernst
Captain: Franz Anderrüthi
Aktuar: Willi Weber
Kassier: Leo Theiler
Beisitzer: Anton Engel
Materialverwalter: Albert Pfyl

Nach einem kurzen, gemütlichen Teil wurde die Versammlung ca. 10.30 Uhr beendigt.

 

Der Sportclub Schwyz lebe & gedeihe ! sig. W. Weber

Mit diesen Zeilen wurde vor knapp 50 Jahren der SC Schwyz gegründet und zugleich eine wechselvolle Clubgeschichte eingeleitet. Es brauchte damals schon einwenig Mut und Idealismus, um den in diesen Regionen noch jungen Sport wettkampfmässig betreiben zu wollen. Der Vorgänger des SCS, der FC Schwyz, war nie auf Rosen gebettet und musste bekanntlich in der Folge aufgelöst werden. Ein weiteres Problem bereitete dem frisch gebackenen Verein die Platzfrage. Wie aus den alten Vereinsprotokollen zu entnehmen ist, sollte dieses Problem die Verantwortlichen des SCS noch auf Jahre hinaus sehr stark beschäftigen. Zum ersten Ernstkampf trat der SCS am 8.9.29 in Seewen zum Cupspiel gegen Obergeissenstein an. Wie die Begegnung endete ist leider nicht mehr zu erfahren. Schwyz spielte damals in folgender Formation: Beny Wolf, Josef Lüscher, Albert Pfyl, Paul Kappeler, Josef Pfyl, Josef Land, Anton Engel, Franz Anderrüthi, Hans Kälin, Pius Reichmuth und Karl Trütsch. Als Ersatz figurierten Alfred Ernst, Franz Reichmuth und Franz Lindauer. Im Verlaufe seiner 50jährigen Clubgeschichte gelang es dem SCS zweimal in die 2. Liga aufzusteigen. Zum letzten Mal war dies im Jahre 1970 der Fall. Damals brach für den SC Schwyz die letzte "grosse Zeit" an, bis dann nach 4 Saisons der Abstieg in die dritte Liga und zwei Jahre später sogar in die vierte Liga erfolgte. Obwohl der SCS nun vielerorts als erledigt abgetan wurde, ist zur Zeit dank den unermüdlichen Clubverantwortlichen ein deutlicher zuversichtlich einem möglichen Aufstieg in die dritte Liga entgegensehen.

 

Schlichte Geburtstagsfeier

Am 2. Juni, also fünf Tage vor dem eigentlichen Datum, fand im Hotel Hirschen eine kleine Geburtstagsfeier statt. Man organisierte bewusst kein grosses Fest, hoffte aber, dass zu diesem Anlass die Clubmitglieder, allen voran Mitglieder aus den Gründungsjahren den Weg ins Clublokal finden werden. Zur Zeit dieser Feier war noch ungewiss, in welcher Spielklasse das Fanionteam in der nächsten Saison spielen wird. Das wohl grösste Geburtstagsgeschenk wäre jedoch ein Aufstieg in die dritte Liga. Und dieses Geburtstagsgeschenk ist dann auch Tatsache geworden. Dies geht aus einer Einsendung im Bote der Urschweiz und in der Schwyzer Zeitung vom 22.6.79 hervor:

 

Schwyz in der 3. Liga

Nach einem zweijährigen Aufenthalt im "Fussballkeller" hat die erste Mannschaft des SC Schwyz den Wiederaufstieg in die dritte Liga geschafft. Der Aufstieg verlief für die Mythenelf ebenso turbulent, wie die Meisterschaft. Nach der etwa unerwarteten Niederlage im Qualifikationsspiel gegen Menzingen, hatte man in der zweiten Begegnung gegen Dietwil einen 0:2 Rückstand aufzuholen, welcher in einen knappen aber verdienten 3:2 Sieg umgewandelt werden konnte. Die Mannschaft von Renato Meli hat in der vergangenen Saison bewiesen, dass sie zu kämpfen versteht; die Nerven scheinen aber in bedeutenden Partien bei verschiedenen Akteuren nicht mitzumachen. Gemessen am fussballerischen Können ist dieser Aufstieg des SCS mehr als verdient.


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